Biografie Evelyne Schneider

 

„Jobnomadin“? – wo kommt man denn dahin …

Meinen Eltern zufolge hätte ich einen „sicheren“ Beruf ergreifen sollen, wobei für mich relativ rasch klar war, dass ich zum Beamtentum aus damaliger Sicht einfach nicht geboren bin. Zu viel Routinetätigkeiten und ein zu sehr vorgezeichneter Weg schreckten mich ab.  Mein Gegenmodell war und ist es, „Jobnomadin“ im besten Sinne zu sein. Schon im Gymnasium zeigte sich, dass mich vor allem Bildnerische Erziehung, Philosophie, Psychologie,  Physik und Sprachen am meisten faszinierten. Daher war die erste Idee, nach der Matura etwas mit Design (Studium) zu machen, allerdings wollte ich damals nicht weg aus Graz. Ein kurzer „Test“ eines Dolmetsch-Studiums (Spanisch/Arabisch) führten mich dann zu Soziologie & Pädagogik in Kombination mit Psychologie und Philosophie. Zu ergründen, warum Menschen das tun, was sie tun und gesellschaftlichen Phänomenen auf den Grund gehen zu können, faszinierte mich. Dabei entdeckte ich auch meinen Hang zum Forschen und Entwickeln, was mich nach dem Studium beruflich an der Uni (Erwachsenenbildung) bleiben ließ. Am meisten Spaß machte mir das Abhalten von  Lehrveranstaltungen, deshalb bot ich darüber hinaus auch selbstständig Kurse für die Bereiche Kommunikation und Persönlichkeit an. Die Grundlagen dafür hatte ich im Rahmen von Spezialausbildungen (NLP, Transaktionsanalyse) erworben, da dies nicht an der Uni angeboten wurde. Allerdings drängte es mich bald raus aus der Uni, da ich mein doch sehr theoretisches Wissen gerne „praktischer“ erproben wollte …

… vom „Praxistest“ und den „Wanderjahren“…

Ich wollte es also ganz genau wissen, die kulturelle und berufliche Erwachsenenbildung waren daher weitere Stationen: die pädagogische Leitung im Bildungshaus Retzhof bei Leibnitz sowie im Schulungszentrum Fohnsdorf (dort auch Organisations- und Personalentwicklung):  da konnte ich mit großer Freude Programme und Schulungen für externe TeilnehmerInnen und auch MitarbeiterInnen entwickeln, kreativ auf die Bedürfnisse der jeweiligen Zielgruppe eingehen und auch noch überlegen, wie diese Inhalte gut zu vermarkten wären (Zeitschriften, Broschüren herausgeben und Interviews geben). Die Zeit am Retzhof hat mir deshalb besonders gut gefallen, weil ich mit sehr vielen interessanten Menschen aus Kultur, Kunst, Musik, Lebensgestaltung etc. zu tun hatte und von den TeilnehmerInnen viele aufschlussreiche Rückmeldungen dazu bekam, was sie interessierte – oder eben nicht – und warum.

Einige Jahre als Qualifizierungs-Beraterin für Unternehmen in der gesamten Steiermark folgten, eine für mich sehr spannende Tätigkeit, wo man Betriebe aus allen Branchen  berät (da ist gut zuhören können sehr gefragt), wie sie die Weiterbildungsaktivitäten für ihre MitarbeiterInnen bestens auf die erforderlichen zukünftigen Entwicklungen des Betriebs abstimmen und auch EU-Fördergelder lukrieren können.

Die nächste berufliche Herausforderung wartete als Geschäftsführerin des EU-Regionalmanagements in der westlichen Obersteiermark auf mich. Da ist man für die koordinierte Weiterentwicklung zB in wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Hinsicht einer Region im Sinne der EU zuständig, reist viel in andere Länder, um Projekte, die gut funktionieren zu besichtigen und das dann vor Ort entsprechend umzusetzen und dafür möglichst viele Menschen zu begeistern (u.a. bedeutet das, viele Veranstaltungen organisieren und koordinieren, beraten, vernetzen und vermarkten).

Eine sehr spannende Phase reger Reisetätigkeit innerhalb der EU folgte: Im Rahmen des EU-Projektes PSPP (Public Social Private Partnership) konnte ich meine inzwischen an der FH in Eisenstadt erworbenen Kenntnisse als Wissensmanagerin einsetzen und sozialwirtschaftliche Unternehmen bei strategischen Fragen und der Darstellung des Mehrwertes ihrer Dienstleistungen für die Gesellschaft begleiten.

… hin zur selbstständigen Unternehmerin  …

Nach dieser intensiven Zeit mit vielen Auslandsaufenthalten wollte ich es etwas ruhiger angehen, und mich ganz einem bestimmten Bereich widmen. Das führte mich zurück in den Trainingsbereich.  Es bot sich die schöne Aufgabe, mit Menschen daran zu arbeiten, ihre persönliche und berufliche Situation zu verbessern, ihr wahres Potenzial zu entwickeln und den nächsten Karriereschritt zu tun, oder privat eine Herausforderung zu bewältigen. Da der Trainingsmarkt zum damaligen Zeitpunkt vorwiegend  freiberuflich Chancen bot, habe ich mit großer Freude als selbstständige Trainerin, Beraterin und Coach gearbeitet, was ich auch noch immer – allerdings nebenberuflich – ausübe.

Aktuell bin ich im Projekt BOXENSTOPP für bit schulungscenter für Organisationsentwicklung, Forschung und Wissensmanagement zuständig. Ich betreue das Teilprojekt „SchülerInnen als ForscherInnen“, führe Interviews mit DirektorInnen und LehrerInnen zum Thema Berufsorientierung durch und möchte gerne herausfinden, welche Besonderheiten es im Fach Berufsorientierung an der jeweiligen Schule gibt und wie Berufsorientierung an den unterschiedlichen Schulen läuft.